Die drohende Kettenreaktion in der Zulieferer-Industrie
Fakt ist: An jedem Arbeitsplatz bei VW hängen statistisch gesehen mehrere Jobs bei mittelständischen Zulieferern.* Rein theoretisch könnte ein massiver Stellenabbau in Wolfsburg oder Emden eine Lawine auslösen, die tausende Betriebe von der Schraube bis zum Sitzbezug mitreißt. Gesetzt den Fall, dass VW seine Abnahmemengen dauerhaft reduziert, könnten viele dieser hochspezialisierten Unternehmen ohne Anschlussaufträge in die Insolvenz rutschen. Es geht also nicht nur um den Konzern selbst, sondern um das gesamte industrielle Ökosystem Deutschlands.
Der Verlust der technologischen Führung?
Ein schwächelnder Riese investiert weniger in die Zukunft. Fakt ist: VW hat seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben bereits unter den Prüfstand gestellt.* In einem denkbaren Szenario könnte dies dazu führen, dass Deutschland den Anschluss bei Schlüsseltechnologien wie der Batteriezellfertigung oder dem autonomen Fahren endgültig verliert. Rein theoretisch würde dies bedeuten, dass wir künftig nur noch die Hüllen bauen, während die Wertschöpfung der Software nach USA oder China abwandert. Der „Absturz“ könnte also schleichend über den Verlust an Innovationskraft erfolgen.
Sozialer Frieden und die Rolle des Staates
Das Thema hat eine hochexplosive politische Komponente. Fakt ist: Das Land Niedersachsen ist Großaktionär und der Einfluss der Gewerkschaften bei VW ist weltweit einzigartig.* Sollte es tatsächlich zum Kahlschlag kommen, könnte dies den sozialen Konsens in Deutschland auf eine harte Probe stellen. Gesetzt den Fall, der Staat müsste mit Milliarden stützen, würde dies die Debatte über die Deindustrialisierung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland massiv befeuern. VW ist hierbei der sprichwörtliche Kanarienvogel im Bergwerk.