Kritik an der FIFA – Es wird laut, aber selten mit Folgen
Wie ein Bericht von news.de auf Basis von dpa zeigt, spricht Klinsmann ein immer wiederkehrendes Thema an, die fehlende Transparenz in Abläufen des Weltverbandes an. Abläufe wirken für Außenstehende teilweise schwer nachvollziehbar oder einordbar – Aber die Kritik mangelnder Transparenz begleitet den Weltverband bereits seit Jahren.
Ungeachtet der Kritik, die jeden Tag bei jedem Thema aufkommt, ist dabei nicht das Auffällige, sondern was danach passiert oder auch nicht. Öffentliche Kritik sorgt in der Regel kurzfristig für Aufmerksamkeit, verlieren aber meist schnell an Dynamik. Dazu müssen wir festhalten, dass nicht jedes Thema bewusst "per System" unter den Tisch gekehrt wird – oft wird es schlicht vom nächsten Thema, Skandal oder einer anderen Kritik überlagert.
Somit, das Muster ist nicht neu: Kritik wird sichtbar, diskutiert – und verschwindet dann wieder aus dem Fokus. Daraus ergibt sich eine logische Folgefrage:"Warum gibt es trotz vermehrter (teilweise auch berechtigter) Kritik, selten Folgen?"
Ein System, das auf Stabilität ausgelegt ist
Die FIFA ist mehr als ein Sportverband. Sie organisiert einen globalen Markt, in dem Milliarden umgesetzt werden und viele Akteure (und somit Interessen) miteinander verbunden sind.
Ein System muss planbar bleiben. Deshalb besteht ein großes Interesse daran, Unsicherheiten zu vermeiden, idem klare Strukturen wenig Veränderungen erfahren. Nur so kannst du nationale Verbände, Sponsoren, Veranstalter untereinander und miteinander orchestrieren.
Schauen wir uns die Vergangenheit an. Kritik an der FIFA wird regelmäßig laut, erreicht ihren Höhepunkt – und flacht dann wieder ab. Das war etwa bei der Vergabe der WM nach Katar der Fall, als internationale Kritik an Menschenrechten entstand, oder bei den Korruptionsvorwürfen rund um 2015. Sichtbare Veränderungen folgten, wenn überhaupt, meist verzögert oder nur begrenzt.
•Daraus entsteht aber kein offenes „Gegensteuern“, sondern eher ein stiller Effekt. Kritik darf und muss stattfinden, führt aber nicht automatisch zu grundlegenden Veränderungen.
•Entscheidungen wirken dadurch weniger wie einzelne Ereignisse – sondern wie Teil eines stabilen Gesamtgefüges.
Das zeigt sich aktuell: Kritik an FIFA-Präsident Infantino – etwa im Zusammenhang mit Donald Trump – wird öffentlich diskutiert, welche Folgen daraus resultieren, bleibt abzuwarten.
Für die Verleihung eines Friedenspreises an Donald Trump gab es international viel Kritik an Gianni Infantino. Der norwegische Fußballverband unterstützt nun eine Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten. https://t.co/9GteWFZ190
— Frankfurter Allgemeine (@faznet) April 27, 2026
Was das für dich bedeutet: Mehr System als Zufall
Im Fußball ist kaum etwas Zufall. Was spontan wirkt, folgt oft klaren Interessen – wirtschaftlich, politisch oder organisatorisch.
Das Risiko liegt dabei weniger in einzelnen Entscheidungen, sondern in der fehlenden Transparenz. Wenn Prozesse schwer nachvollziehbar sind oder bleiben, entsteht schnell der Eindruck, dass Kritik wenig bewirkt, weil es eben "nur" ein Teil eines Gesamtbildes ist.
Eben aus solchen "Gefühlen" und "Wahrnehmungen" entsteht ein verändertes Vertrauen. Wer das Gefühl hat, keine Änderungen trotz seines "Einflusses" zu sehen, nimmt Entwicklungen anders wahr - und anders wäre in diesem Falles nicht positiv.
Wichtig deshalb: Nicht jede Entscheidung ist isoliert zu betrachten – oft steckt ein größeres "Macht"-System dahinter.