Die „choreografierte“ Gewalt
Fakt ist: Bei den bisherigen großen Angriffen gab es oft indirekte Signale über Drittstaaten, bevor die Raketen flogen.* Rein theoretisch sehen wir hier einen Krieg mit Ansage. Beide Seiten wollen Stärke zeigen, ohne das System des anderen komplett zu zerstören. Gesetzt den Fall, dieses „Spiel mit dem Feuer“ bleibt kontrolliert, könnten wir eine dauerhafte Phase von Schlägen und Gegenschlägen erleben, die aber nie zum totalen Krieg führen. Es ist wie ein gefährlicher Tanz auf der Rasierklinge, bei dem beide Seiten das Gesicht wahren wollen.
Der „Helfershelfer“-Faktor
Ein Flächenbrand entsteht meist dann, wenn Verbündete mit hineingezogen werden. Fakt ist: Die Hisbollah im Libanon verfügt über ein Arsenal von geschätzt über 150.000 Raketen.* In einem denkbaren Szenario ist diese Macht eine Art „Lebensversicherung“ für den Iran. Sollte es zu einem totalen Krieg kommen, würde diese Front den Norden Israels massiv unter Druck setzen. Rein theoretisch ist die bloße Existenz dieser Drohkulisse aber auch eine Bremse: Keiner will den Moment riskieren, in dem diese Versicherung wirklich „ausgezahlt“ werden muss, weil danach die gesamte Region in Schutt und Asche liegen könnte.
Wer hat die Hand an der Bremse?
Fakt ist: Die USA haben massiv Truppen und Flugzeugträger in die Region verlegt, um eine Ausweitung zu verhindern.* Sollte sich dieses Muster der Abschreckung bewahrheiten, dann bleibt der Konflikt auf die beiden Hauptdarsteller begrenzt. Rein theoretisch fungiert Washington als der große „Aufpasser“. Die Gefahr ist hier jedoch der technische Fehler: Wenn eine Seite eine rote Linie überschreitet, die sie gar nicht als solche erkannt hat, könnte die Eskalation eine Eigendynamik entwickeln, die selbst die Weltmächte nicht mehr stoppen können.